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Der unterirdische Krieg und technische Neuerungen

V.1 Ein Leben als Maulwurf

Die archäologischen Funde zeigen, dass die Truppen ständig nach Möglichkeiten suchten, sich vor der verheerenden Wirkung einer immer schlagkräftigeren und immer häufiger eingesetzten Artillerie zu schützen. Baute man zunächst Behelfsunterstände, die durch einige Baumstämme geschützt waren, so grub man sich im Laufe der Zeit immer tiefer ein und baute z. T. äußerst gut durchkonstruierte Schutzanlagen. Die Soldaten lernen, Erdarbeiten auszuführen und Stollen zu graben, und transportieren riesige Mengen an Bohlen, Holzschalungen, Beton und Metallblech an die vorderste Frontlinie. In diesen unterirdischen Schutzanlagen halten jedoch schon bald Tod und Verzweiflung Einzug, denn die Pioniere beider Seiten übertreffen sich gegenseitig in einem Minenkrieg, der noch furchterregender als die Kämpfe über der Erde ist.

Bild Soldaten in einer unterirdischen Schutzanlage. - Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Zugangstreppe zu einer tiefen‚ unterirdischen... - Photo allemande. Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Soldat in einer unterirdischen Schutzanlage. - Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Bunkerbau an der Hindenburg-Linie Ende 1916 in... - Photo allemande. Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Bunkerbau an der Hindenburg-Linie Ende 1916 in... - Photo allemande. Fonds documentaire Alain Jacques
V.1.1 Unterirdische Stellungen in Arras

Die Steinbrüche in Arras sollten sich bei der Vorbereitung der für den 9. April 1917 geplanten Schlacht von Arras als wahrer Glücksfall erweisen. Neuseeländische Tunnelbauer wurden mit dem Vortrieb beauftragt, und so konnten die britischen Truppen unbemerkt bis auf wenige Meter an die deutschen Linien vordringen. Das Befehlstagebuch dieser Einheit liefert wertvolle Informationen zum besseren Verständnis des Ausbaus dieser Steinbrüche, in denen Küchen und Sanitätsposten eingerichtet wurden. Die Wasserversorgung erfolgt über Leitungen oder Brunnen. In jedem Raum sind Latrinen für die Offiziere und die Mannschaftsgrade eingebaut. Obwohl diese Anlagen nicht in allem den damals bei den Briten für provisorische Lager geltenden Hygieneregeln genügten, bieten die Steinbrüche von Arras trotz der nahen Front dennoch viel Sicherheit und relativ viel Komfort für die Männer, bevor sie an die Linien vorrücken.

 

Dies waren die umfangreichsten Untertagearbeiten die die britische Arme in diesem Bereich durchführen ließ. Am 3. Aprl 1917 wurden die Stollen erstmalig von einem britischen Bataillon für die Strecke von der Grand’Place in Arras bis zum Steinbruch im Viertel Saint-Sauveur benutzt. Im Anschluss daran sollte dieser riesige Unterstand von immer neuen britischen Truppenverbänden genutzt werden. Tausende von Kritzeleien und Zeichnungen, die dort gefunden wurden, geben Auskunft über die Stimmung unter den Männern unmittelbar vor ihren Kampfeinsätzen sowie über die Organisation in diesen unterirdischen Anlagen, die Platz boten für über 24.000 Mann. Dies entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Arras unmittelbar vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges.

Bild Beeindruckende Maske aus Weißmetall in den... - Service archéologique d'Arras
Bild Zeichnung eines Elefanten auf einer Wand in... - Service archéologique d'Arras
Bild Kreuz‚ das in die unterirdischen Gänge der... - Service archéologique d'Arras
Bild Zahlreiche penibel beschriftete... - Service archéologique d'Arras
Bild Penibel beschriftete Hinweisschilder... - Service archéologique d'Arras
Bild Britische und später neuseeländische Bergleute... - Service archéologique d'Arras
V.1.2 Der Minenkrieg

In den meisten Fällen können die Archäologen dieses Netzwerk an unterirdischen Gängen aus Sicherheitsgründen nur ansatzweise erforschen. Doch in einigen wenigen Fällen ist der Zugang zu dieser vergessenen Welt immer noch möglich und hält nicht wenige Überraschungen bereit, die diesen Minenkrieg in einem neuen Licht erscheinen lassen. Er hatte einen großen Einfluss auf die Kampfhandlungen im 1. Weltkrieg und wurde oft verkannt.

 

Erforscht wurden diese unterirdischen Wegenetze, die sich unter riesigen Minenkratern bei Vimy (Dep. Pas-de-Calais) erstrecken, von britischen Freiwilligen der "Durand Group". Hier boten zunächst französische und dann britische Pioniere den deutschen Pioniertruppen Paroli und gruben ein enormes Netz an Minenstollen unter den feindlichen Linien. Ziel war es, dort Sprengsätze zu deponieren und die Schützengräben des Feindes in die Luft zu jagen. Im April 1917 wird dieser Frontabschnitt durch das schnelle Vordringen der Kanadier in der Schlacht von Arras zur Rückhaltlinie, so dass diese Arbeiten an Tunneln und Gräben sofort eingestellt und die Zugänge zu den Tunneln sich selbst überlassen werden. Erhalten bleiben die Belüftungs- und Stromleitungen, die Camouflets, mit denen der Vormarsch der Feinde aufgehalten werden sollte, die Kritzeleien der Bergleute und selbst die noch vollständig bestückten Sprengkammern.

Bild Deutscher Bergmann tief unten in einem Stollen. - Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Deutsche treiben einen Stollen vor. Deutsche... - Photo allemande. Fonds documentaire Alain Jacques
Bild Luftaufnahme des Minenkraters "Lochnagar" in... - Cl. Roger Agache. Ministère de la Culture et de la Communication
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Der unterirdische Krieg und technische Neuerungen

V.2 Neue Waffen

Als der 1. Weltkrieg nach und nach zum Stellungskrieg in den Schützengräben wird, erleben alte Kampftechniken aus Zeiten des Belagerungskrieges in der Ära Vaubans (17./18. Jh.) eine Renaissance. Doch genauso schnell wird daraus ein wahrer Motor für Innovationen, denn es entwickeln sich Luftfahrt mit Luftkrieg und der Unterseekrieg mit U-Booten, und die schwere Artillerie wächst exponentiell. Einige dieser Innovationen, die oftmals verschroben oder ungeeignet wie der Drachen von der Somme waren, sollte es lediglich in einigen Versuchsexemplaren geben. Andere, so insbesondere diejenigen, mit denen es möglich war, dem Grabenkrieg zu entkommen und wieder einen Bewegungskrieg zu führen, erleben eine rasante Entwicklung, darunter z. B. die Kampfpanzer.

Bild Rekonstruktion einer deutschen Fokker Dr.I.:... - Cl. Éric Marchal. Association la Main de Massiges
Bild Rekonstruktion einer deutschen Fokker Dr.I.:... - Cl. Éric Marchal. Association la Main de Massiges
V.2.1 Der Drachen von der Somme

Im Mai 2010 erforschte ein Team aus Historikern und Archäologen (Peter Barton, Dr. Iain Banks und Dr. Tony Pollard von der Universität Glasgow) die Schützengräben der Briten beim Dorf Mametz (Departement Somme). Sie waren auf der Suche nach einer furchterregenden und seltenen Waffe: dem Livens-Flammenwerfer. Diese 20 Meter lange Waffe wog 2,5 Tonnen. Für die Bedienung dieser schrecklichen Waffe, mit der brennendes Flammöl mehr als 100 weit in und über die Schützengräben der Deutschen hinweg geschossen werden konnte, waren 7 Mann nötig. Es wurden 200 Soldaten benötigt, um Tausende von Einzelteilen heranzuschaffen, aus denen er zusammengebaut wurde. Der Drachen wurde in einem eigens hierfür ausgebauten Tunnel unterhalb der Frontlinie stationiert. Er konnte maximal drei Salven à 10 Sekunden abschießen, um so eine Bresche in die deutschen Linien zu schlagen und den britischen Truppen das Vordringen zu ermöglichen.

 

Laut Archivunterlagen wurde am Morgen des 28. Juni 1916 ein Livens-Flammenwerfer unterirdisch in Stellung gebracht, und anschließend wurde der Stolleneingang durch ein großkalibriges Geschoss zerstört. Die Forschergruppe suchte nach dem genauen Standort, da man dort graben wollte. In Zusammenarbeit mit dem Korps der Royal Engineers wurde ein archäologisches Versuchsprojekt durchgeführt, im Rahmen dessen eine Replik dieser Waffe gebaut werden sollte. Im Zuge einer Partnerschaft mit dem Historial de la Grande Guerre, dem Museum des Departements Somme, übernahmen dies Schüler der Berufsbildungszentren der Departements Somme und Aisne aus den überbetrieblichen Ausbildungsstätten für das Baugewerbe sowie Schüler des Lycée Jean Racine. 2011 wurde hierzu eine Ausstellung konzipiert: " Breathing Fire". Der Drachen von der Somme" .

Diashow Archäologische Grabungen im Mai 2010 an einem... - Yazid Medmoun
Bild "Test" des Livens-Flammenwerfers in London. - Archives Nationales, Londres
Bild Captain Frederick William Livens RE‚ der... -
Bild Ansicht Livens-Flammenwerfer‚ der im Werk in... - Ruston & Hornsby Collection. Imperial War Museum Q55056
Bild Zeichnung Livens-Flammenwerfer. - Andy Gammon
V.2.2 Der Panzer von Flesquières

Der Sammler Philippe Gorczynski, dessen Hobby der 1. Weltkrieg ist, interessierte sich für die Panzer, die zum ersten Mal bei der Schlacht von Cambrai (20. November bis 7. Dezember 1917) in großem Maßstab zum Einsatz kamen. Nach einem genauen Studium von Unterlagen konnte er schließlich einen solchen 10 km südwestlich von Cambrai in der Ortschaft Flesquières (Dep. Nord) ausmachen. Vor Ort wurde schon seit langem erzählt, dass ein Panzer in eine riesige Grube geschoben worden sei, in der ursprünglich ein Bunker der Hindenburg-Linie hätte errichtet werden sollen. Philippe Gorczynski gelang es schließlich, den genauen Standort dieser Grube anhand von Luftaufnahmen zu ermitteln. Doch in welchem Zustand würde der Panzer sein?

Im November 1998 erhielt er technische Unterstützung durch Archäologen der Region und der Stadt Arras, die zunächst eine Probebohrung durchführten und dann den Panzer freilegten. Das Fahrzeug vom Typ "Mark IV female" war fast vollständig erhalten, lediglich vorne rechts fehlte ein Teil. Außerdem fehlten einige mechanische Teile. Das Studium von Archivunterlagen ergab, dass es sich um den Panzer D.51 "Deborah" des britischen Tank Corps handelte. Dass alle Öffnungen mit Blechen abgedeckt waren, legt die Vermutung nahe, dass er zum Schluss vergraben wurde, um als Schutzanlage zu dienen. Die komplette Freilegung dauerte 4 Tage: vom 17. bis zum 20. November 1998. Die gesamte Finanzierung übernahm Philippe Gorczynski. Der Panzer wird heute in Flesquières ausgestellt. Am 14. September 1999 wurde er unter Denkmalschutz gestellt.

Diashow Innenraum des Panzers D.51 "Deborah"‚ der zum... - Cl. Jean-Marie Patin. Ministère de la Culture et de la Communication
Bild Plan und Schnittzeichnungen des britischen... - Yves Desfossés. Ministère de la Culture et de la Communication
Bild Britischer Panzer D.51 ... - Fonds documentaire Philippe Gorczynski et Tank Museum de Bovington
Bild Aufnahme des britischen... - Fonds documentaire Philippe Gorczynski et Tank Museum de Bovington
V.2.3 Flugplatz Châtelet-sur-Retourne

In der Gemeinde Châtelet-sur-Retourne am südlichen Rand des Departements Ardennes im Tal des Flusses Retourne fand man auf halber Strecke zwischen Reims und Rethel bei vorsorglichen archäologischen Grabungen am östlichen Ende der Ortschaft zahlreiche Überreste, so einen Bunker, einen Munitionsbunker und Grabenanlagen, die früher zu dort befindlichen Gebäuden gehörten. Anhand der Überreste und der gefundenen Objekte kann man mit Bestimmtheit sagen, dass sich dort im 1. Weltkrieg ein Flugplatz befand.

Es war bekannt, dass im 1. Weltkrieg ein großes deutsches Truppenkontingent in Châtelet-sur-Retourne Stellung bezogen hatte. Der Auszug aus der Rasterkarte zur Gefechtsvorbereitung bei Warmeriville vom 28. August 1918 ist ein Beleg für die starke Militärpräsenz in der Ortschaft. Nach dieser Karte gab es nämlich in Châtelet-sur-Retourne ein Militärhospital, diverse, nicht zu identifizierende Gebäude und einen Flugplatz. So fanden Archäologen 2001 große Munitionsbestände (an die 8000 Granaten), weswegen die Ortschaft evakuiert werden musste. Durch seine Lage an einem Eisenbahnkreuzungspunkt und in der Nähe des Frontverlaufs war die Stadt ein strategisch bedeutender Ort im Hinterland.

Diashow Gegenstände und Überreste‚ die bei... - Inrap
Bild Luftaufnahme des Lagers am Flugplatz Châtelet... - Fonds documentaire J.-P. Létang
Bild Abstecken des Geländes für die vorsorglichen... - Ministère de la Défense
Bild Plan für vorsorgliche archäologische Grabungen... - Inrap
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Der unterirdische Krieg und technische Neuerungen

V.3 Der Seekrieg

Während des 1. Weltkrieges wurden an die 10.000 Kriegs-, Handels- oder Fischereischiffe versenkt. Diese aussagekräftigen, historischen Überreste unter Wasser wurden von den Spezialisten aus den Ressorts Geschichte und Archäologie lange vernachlässigt und im letzten Jahrhundert durch Abtragsarbeiten, industrielle Abwrackunternehmen und Plünderungen durch illegale Wracktaucher stark in Mitleidenschaft gezogen. In den 1980er Jahren begannen allerdings Archäologen des französischen Referats für Unterwasserarchäologie ( DRASSM) mit der Inventarisierung und sorgten dafür, dass diese Wracks geschützt werden. Außerdem begann man an einigen mit ihrer Untersuchung.

V.3.1 Ein vergessener Seekrieg und ein vernachlässigtes Erbe

Selbst wenn man über einen Teil der Überreste aus dem 1. Weltkrieg, die sich auf dem Meeresboden befinden, noch wenig weiß, so hat die Bestandsaufnahme der Daten, der sich das DRASSM seit 30 Jahren widmet, einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, diesen vergessenen Teilen des Kulturerbes ihre Geheimnisse zu entlocken. Hierzu haben zwei Faktoren beigetragen: Einerseits hat das DRASSM all die Jahre hindurch von der Unterstützung durch viele Sporttaucher und die Informationen aus ihrer Hand profitiert, die schon seit langem bemüht waren, die Wracks aus dem 1. Weltkrieg zu lokalisieren und zu identifizieren, und andererseits führte diese Inventorisierung langsam, aber sicher dazu, dass ein Bewusstsein dafür entstand, wie wichtig dieses Erbe für die Geschichtsschreibung und die Gedenkarbeit ist, so dass sich die Tauchergemeinde von sich aus für ihren Schutz einsetzte. Als Folge daraus ging die Zahl der Plünderungen deutlich zurück.

Dass der Verlust an Schiffen - an die 10.000 - im 1. Weltkrieg so hoch war, ist die direkte Folge des immer häufigeren Einsatzes von speziellen Unterwasserwaffen: U-Boote und Minen. So wurden während dieses Krieges an die 7.000 Schiffe durch U-Boote versenkt, darunter 2.000 in französischen Hoheitsgewässern. Die U-Boote selber blieben übrigens auch nicht verschont, denn die meisten von ihnen wurden im Verlauf des Krieges als vermisst gemeldet.

Trotz der Jahr für Jahr intensivierten Schutzmaßnahmen ist dieses Kulturerbe immer noch sehr stark gefährdet, und zwar direkt durch das korrosive Salzwasser, durch Fischereiboote oder den Ausbau von Küstenschutzanlagen.

V.3.2 Die Danton, 1917

Das französische Schlachtschiff Danton wurde von 1906 bis 1911 in Brest gebaut und im März 1917 südlich von Sardinien vom deutschen U-Boot U-64, torpediert. Das Wrack wurde am 18. Januar 2008 im Zuge einer elektronischen Sondierungskampagne im Auftrag der Firma Galsi vor der Verlegung einer Gaspipeline zwischen Algerien und Italien in über 1000 Metern Tiefe geortet. Bei anschließenden Kontrolltauchgängen wurde festgestellt, dass das Wrack erstaunlich gut erhalten war, so dass seine Identifizierung praktisch problemlos möglich war.

Die Danton war das Typschiff aus einer Baureihe von 6 Kriegsschiffen, die nach dem namensgebenden Vorläufer als "Pre-Dreadnought" bezeichnet werden. Sie wurde aus gepanzertem Eisen und Stahl gebaut und war außerdem das erste französische Schiff mit Turbinentrieb. Die Danton gehörte zur Mittelmeerflotte. Am 18. März 1917 legte sie in Toulon ab und nahm, eskortiert vom Zerstörer Massue, Kurs auf die Insel Korfu. Da der Kommandant der Danton, Kapitän zur See Delage, vom Geheimdienst gewarnt worden war, dass der Feind auf der Route zu erwarten wäre, ergriff er die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen, doch am nächsten Tag konnte er den beiden Torpedos, die das deutsche U-Boot U-64 abfeuerte, nicht ausweichen. Die im vorderen Drittel auf der Höhe von Kombüse und Steuerstand des 305 mm-Geschützturms und an der Flanke (Kesselraum) getroffene Danton sank daraufhin in weniger als 30 Minuten. Ein Drittel der Besatzung konnte sich nicht retten, ebenso wenig wie viele der Offiziere, die sich, ihrem Kommandanten Delage gleich, weigerten, das Schiff zu verlassen, und auf der Brücke blieben. Daher gingen 296 Mann mit dem Schiff unter.

Bild - D.R.
Bild - Gallica.bnf.fr / Bilbilothèque nationale de France
V.3.3 U-Boot U-95, 1918

In den 1960er Jahren scheiterte ein erster Versuch, das Wrack von U-Boot U-95 aufzuspüren. 1985 wurde die Suche unter der Leitung von Alain Richard wieder aufgenommen. Mit seinen Taucherteams spürte er das vermeintliche Wrack von U-95 9 Seemeilen vor Hardelot an der sog. Opalküste im Departement Pas-de-Calais auf. Das 1918 gesunkene U-Boot liegt auf dem Kiel in 40 m Tiefe. Trotz einiger Schäden durch die in diesem Gebiet sehr intensiv betriebene Fischerei ist das U-Boot ganz offensichtlich in hervorragendem Zustand erhalten geblieben. Die Luken sind noch geschlossen.

Von 1990 bis 1997 gab es verschiedene Erkundungen, in Zuge derer die charakteristischen Eigenschaften der U-Boote identifiziert werden konnten: 4 Torpedorohre, ein 105 mm-Geschütz, ein konischer Geschützturm mit zwei Periskopen und eine 88 mm-Kanone. Durch den Abgleich dieser Daten mit Archivdaten konnte das Wrack in aller Form als dasjenige von U-95. identifiziert werden.

U-95 lief am 20. Januar 1917 in Kiel vom Stapel, Kommandant war Athalwin Prinz. Es war 72 m lang, und sein 2400 PS-Dieselmotor erreichte 16,8 Knoten über und 8,6 Knoten unter Wasser. Das U-Boot verschwand im Januar 1918 auf der Rückfahrt von seinem 5. Einsatz, wahrscheinlich vom 19. auf den 20. Man nimmt an, dass es entweder von einer Mine getroffen wurde oder dass einer seiner Torpedos nicht richtig funktionierte. Die Leichen der 43 Besatzungsmitglieder sind bis heute im Wrack gefangen.

Diashow

U-Boot U-95, 1918<... -

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1. Torpedo-Ladeluk - 2. U-Bootgeschütz UK 8... -

Bild - © Nicolas Job / Agence des aires marines protégées
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