1.1 Die Argonnen: ein gut erhaltener Frontabschnitt

Die Argonnen, die im Westen durch das Aisne- und im Osten durch das Aire-Tal begrenzt werden, haben die Form einen großen Vierecks, das 40 km in der Höhe und 15 km in der Breite misst. Der Boden besteht ausschließlich aus Pläner, einer quarzhaltigen geologischen Formation, die von Natur aus sehr nährstoffarm ist. Auf diesen Hügeln, die Höhen zwischen 170 und 280 m erreichen, konnte sich lediglich Wald ansiedeln. Schon bald nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges (Oktober/November 1914) sollte die Front das bewaldete Massiv mitten entlang einer West-Ost-Achse zerteilen.

Auf beiden Seiten der Front errichteten Deutsche und Franzosen im Schutz dieser Wälder unzählige logistische Anlagen, die für die Versorgung der Front benötigt wurden. Nach vier Jahren Kampfhandlungen, durch die die Bewaldung erheblich schrumpfte, nehmen amerikanische Truppen diesen Sektor im Oktober 1918 ein. Nach dem Ende der Schlachten eroberte der Wald nach und nach sein Terrain zurück, so dass unzählige Überreste aus dem 1. Weltkrieg (so u. a. von den Kombattanten angelegte Schützengräben, Stellungen oder Bahngleise) durch ihn vor dem Verfall bewahrt wurden. Gut ein Jahrhundert später ist das bewaldete Argonnenmassiv das beste Beispiel für einen gut erhaltenen Frontsektor, der durch den Wald vor Zerstörung geschützt wurde.

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